Kooperativer Führungsstil – eine Gratwanderung

Wer einen kooperativen Führungsstil pflegt, möchte seine Mitarbeiter in seine Führungsarbeit einbeziehen. Das gilt in Bezug auf eine offene (aber angemessene!) Information, auf die Ausarbeitung von Problemlösungen, auf zu treffende Entscheidungen und vieles mehr.

Im Zusammenhang mit Entscheidungen ist es aber eine gefährliche Gratwanderung! Da ist es wichtig, dass die Rollen und Verantwortungen klar sind und nicht durcheinander gebracht werden.

Als Manager habe ich die Verantwortung …

  • … das Know-how, die Erfahrung, die Kreativität usw. meiner Mitarbeiter ernst zu nehmen und in meine Überlegungen einzubeziehen (Entscheidungsfindung)
  • … die Entscheidung dann – selbstverständlich unter Berücksichtigung der Argumente des Teams – selbst zu treffen; nötigenfalls auch entgegen der Sicht und der Bedenken der Mitarbeiter (Entscheidung)
  • … meinen Mitarbeitern zu erklären, aus welchen Überlegungen und mit welchen Absichten ich diesen Entscheid so und nicht anders gefällt habe (Kommunikation)
  • … in der Folge das volle Engagement der Mitarbeiter in der Umsetzung sicher zu stellen; auch dann, wenn die Entscheid nicht in ihrem Sinn ausgefallen ist (Commitment)

Gerade als junge Führungskraft glaubt man, einen kooperativen Führungsstil zu pflegen bedeute, alle in alles einzubeziehen zu müssen. Das stimmt nur sehr bedingt. Mitarbeiter haben (in den allermeisten Fällen) keine Mühe damit, dass Sie als Führungsperson entscheiden – im Gegenteil. Aber sie werden Mühe haben, wenn nicht klar ist, wer welche Rolle übernimmt. Wenn nicht transparent ist, welche Verantwortung sie selbst und welche Sie als Vorgesetzter haben.

Kooperativer Führungsstil bedeutet deshalb nicht: alle machen alles. Sondern: Führung unter Einbezug aller Ressourcen im Team und mit klar festgelegten Rollen bzw. Verantwortungen!

(angeregt durch Whose Decision Is It? von Tom Foster)

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