Archiv für den Monat: Mai 2007

Bewerbung: Wann löst das Weblog das CV ab? (2)

Frank Hamm hat meinen Denkanstoss aufgegriffen: CB – Curriculum Blogae: Take me or leave me!:

Ein Lebenslauf / CV lässt sich schönen und sagt nur begrenzt etwas über die Person aus. Ein paar Stunden im Gespräch bieten nur erste Einblicke. Kaum ein anderes Medium als ein Blog ist über längere Zeit hinweg so authentisch und lässt so viel von einer Persönlichkeit […] erkennen. Mein Blog ist mein Aushängeschild […]

Ich hätte es nicht besser formulieren können, Frank. Danke!

Natürlich gibt es auch hier (wie überall im Leben) eine Schattenseite: Der Aufwand, einen Menschen durch das Lesen seines Blogs zu „begreifen“, ist ungleich grösser als für ein Gespräch. Und macht aus diesem Grund nur bei den Kandidaten/Kandidatinnen in der Endauswahl Sinn.

Nur warne ich davor, aufgrund des Blogs den abschliessenden Entscheid zu fällen („Einer, der über XY schreibt, passt nicht zu uns!“). Aber die Blogbeiträge des Kandidaten liefert hervorragenden Gesprächsstoff, um sich in einem abschliessenden Gespräch („Ich habe mit Interesse Ihren Blogartikel über XY gelesen. Erzählen Sie mir doch bitte mehr darüber …“) ein noch besseres Bild machen zu können.

Ich bin gespannt, wann ich die erste Bewerbung auf dem Tisch habe, in der die Adresse des eigenen Blogs steht:

Name: Peter Muster
Adresse: Musterstrasse 1, 1234 Musterstadt
Telefon: 123 456 78 90
E-Mail: peter@muster.com
Blog: www.peter-muster-blog.com

:-)

Bewerbung: Wann löst das Weblog das CV ab?

Über die Chancen und Risiken von Weblogs im Zusammenhang mit einer Bewerbung gab’s schon einiges im Netz (z.B. hier, hier, hier und natürlich auch anderswo).

Nun habe dazu interessante Beiträge in US-amerikanischen Blogs gelesen:

Adam Darowski schreibt in seinem Blog: The Blog is the New Resume:

I’ve been in the position to hire folks a few times. Let me tell you—the process sucks. It sucks for the person looking for the job and it sucks for the person trying to fill the specific need. If only there was a better way to screen applicants. Phone screens help serve as an initial filter, but they still take time and effort to conduct and coordinate. Wouldn’t it be nice to have more than a vague bulleted list of accomplishments before actually picking up the phone to call the person?

There is. There’s blogging.

… und schildert seine positiven Erfahrungen bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter, über die er sich anhand deren Blogs ein besseres Bild als mit Hilfe eines klassischen Lebenslaufs machen konnte.

Joshua Porter greift wenig später den Gedanken auf und wagt eine interessante: The Blog is the New Resume (gleicher Titel wie bei Adam Darowswki). Zum persönlichen Blog sagt er:

Your blog …

  • … represents you
  • … is serious business
  • … is an archive
  • … isn’t the only mirror of your life
  • … is your unedited version of yourself

Es lohnt sich, die Beiträge (und auch die darauf folgenden Kommentare) zu lesen!

Das muss man den Amerikanern lassen: in solchen Dingen sind sie uns Europäern um Längen voraus. Was auf der anderen Seite natürlich nicht heissen muss, dass alles gut ist, was von „drüben“ kommt ;-) Vielleicht ist die Zeit bei uns für solche Dinge wirklich noch nicht reif. Aber für einen interessanten Denkanstoss reicht’s allemal!